Über Cheek by Jowl


Cheek by Jowl ist die Theatergruppe und der Ausgangspunkt für das Schaffen von Nick Ormerod und Declan Donnellan.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1981, wurde die Gruppe in die ganze Welt eingeladen und entwickelt nun Stücke in drei Sprachen; in Englisch, Französisch und Russisch.

In allen drei Sprachen war die Arbeit des Schauspielers schon immer ein wesentlicher Schwerpunkt. Einige der Prinzipien, die die Arbeit der Gruppe prägen, spiegeln sich in Der Schauspieler und das Ziel wider, das 2000 zuerst in Russisch und anschließend in mehr als fünfzehn Sprachen veröffentlicht wurde.

Cheek by Jowls erste Produktion, die auf Tournee ging, war The Country Wife von William Wycherley, das 1981 auf dem Edinburgh Festival gezeigt wurde. Auf dem Weg nach Edinburgh hatten Donnellan und Ormerod einen Autounfall. Doch trotz dieses unheilvollen Starts (die Beiden blieben unverletzt) gewannen die Performances die lokalen Preise und die Gruppe gab daraufhin ihr Debut in London im Donmar Warehouse.

In dieser ersten Spielzeit gewann Cheek by Jowl den Laurence Olivier Award for Most Promising Newcomer. Im restlichen Jahrzehnt wurden fast alle Stücke der Gruppe mit Olivier Awards ausgezeichnet. Der Ruf der Gruppe wuchs schnell – 1990 schon konnte die britische Zeitung The Independent schreiben: „Wenn es eine Theatergruppe gibt, die das Britische Theater der 1980er beeinflusst hat, dann ist es Cheek by Jowl.“

Nicht viel später hatte sich die Gruppe auch in das Bewusstsein ausländischer Theaterfestivals gespielt. Einladungen aus der ganzen Welt folgten und in den Neunzigern spielte die Gruppe vor den ZuschauerInnen von Perth bis Warschau und von Kalkutta bis Rio.

1986 wurden Donnellan und Ormerod von Lev Dodin eingeladen, seine Kompagnie in Leningrad zu besuchen. Zehn Jahre später inszenierten und designten sie The Winter’s Tale für seine Theatergruppe am Maly Drama Theatre. Die Produktion gewann den Golden Mask Award und wird auch heute noch in Sankt Petersburg aufgeführt.

In den Neunzigern festigte die Gruppe ihre Beziehungen zu Russland. Vom Chekhov International Theatre Festival wurde Cheek by Jowl des Öfteren eingeladen, um in Moskau zu spielen. Erheblich intensivierte sich die Beziehung jedoch erst im Jahr 1999, als die Russian Theatre Confederation, unter der Leitung von Valery Shadrin, Donnelan und Ormerod beauftragte, ihre eigene Theatergruppe mit russischen Schauspielern in Moskau zu gründen.

Diese Schwester-Gruppe spielt in Russland und international. Das aktuelle Repertoire beinhaltet Boris Godunov von Pushkin, Twelfth Night und The Tempest von Shakespeare, und Three Sisters von Anton Chekhov. Measure for Measure (2013) war die erste Koproduktion mit dem Pushkin Theater in Moskau.

Im Zentrum des Repertoires von Cheek by Jowl stand schon immer Shakespeare; als 2011 The Tempest aufgeführt wurde, hatte Cheek by Jowl bereits 13 der Stücke Shakespeares aufgeführt. Ein weiterer Grundsatz der Gruppe ist es, die bedeutenden Stücke des europäischen Dramas, sowohl in Übersetzung als auch in der Original-Version, aufzuführen. Bis zum heutigen Tag hat Cheek by Jowl die britische Premiere von zehn europäischen Klassikern aufgeführt. Erstaunlicherweise gehören dazu auch The Cid von Corneille und Andromache von Racine, die, über drei Jahrhunderte nachdem sie geschrieben wurden, von Cheek by Jowl zum ersten Mal in England aufgeführt wurden!

Im Jahr 1995 lud Peter Brook As You Like It nach Paris an sein Theater Bouffes Du Nord ein. Dieser Einladung schloss sich 2007 seine Frage an, ob Donnellan und Ormerod eine Gruppe aus französischen Schauspielern gründen wollen. Das Ergebnis war die Produktion von Andromague von Racine in der französischen Originalfassung. Nach der Premiere am Bouffes Du Nord wurde das Stück in ganz Frankreich und Europa aufgeführt.

Dieselbe Gruppe von Schauspielern arbeitet heute zusammen an Ubu Roi von Alfred Jarry, das mit Aufführungen in Mexiko und New York sogar noch großflächiger aufgeführt wird. Diese Performance markiert das erste Mal, dass Cheek by Jowl der Hauptproduzent in einer fremden Sprache und Kultur war.